WARNUNG!!!
Der Inhalt der nachfolgenden Seiten ist alles andere als ernstzunehmen, absolut respektlos und nichts für schwache Gemüter!
Lesen und Verstehen erfolgt auf eigene Gefahr!
Bedienungsanleitung für den Elben
1. Aufbau und Funktionen
Ihr neuer Elb
Elben sind die schönste Rasse aus unserer Serie der sogenannten Guten Wesen. Mit ihnen werden Sie die Schönheit Ihres Zuhauses in ungeahnte Dimensionen steigern.
Elben sind robust und langlebig gebaut, und wenn die nachstehenden Hinweise zu Betrieb und Pflege beachtet werden, dann werden Sie lange Freude an ihm haben.
Folgende Funktionsmodi stehen Ihnen mit Ihrem Elben zur Verfügung:
Eßmodus
Trinkmodus
Wandelmodus
Leuchtmodus
Die unterschiedlichen Versionen
Elb 1.0
Die Version Elb 1.0 ist das Basismodell für den Einsteiger. Es stehen Ihnen alle im Punkt 1.1 beschriebenen Funktionsmodi zur Verfügung. Updates auf die Versionen Elb 1.1 (Sing- und Klampfmodus), Elb 1.2 (Kriegermodus) und Elb 1.3 (Fernreisemodus) stehen registrierten Benutzern zum Download unter HYPERLINK http://www.eruwerkevalinor.va/elbdownloads/v1&elswh zur Verfügung.
Elb 1.0 gibt es als Männchen oder Weibchen (siehe Typenschild). Es empfiehlt sich, je ein Exemplar der unterschiedlichen Versionen zusammen zu halten.
Elb 2.0
Das Modell Elb 2.0 verfügt neben allen Funktionsmodi der Elben 1.0 bis 1.3 über einen Betriebsartenwahlschalter an der Unterseite hinten links neben dem rechten Oberschenkel oberhalb des Knies. Mit diesem Wahlschalter können Sie das Geschlecht beliebig oft neu einstellen.
Inbetriebnahme
Nehmen Sie Ihren Elb vorsichtig aus der Verpackung, entfernen Sie die Folie und lehnen Sie ihn aufrecht an die Wand. Stellen Sie bei einem Elb 2.0 das gewünschte Geschlecht mit dem Wahlschalter ein. Bei einem Elb der Versionen 1.0 bis 1.3 ist das Geschlecht bereits voreingestellt und Sie brauchen nichts zu tun. Schlagen Sie ihm sanft auf dem Hinterkopf. Wenn die Augen Ihres Elben zu leuchten beginnen ist er betriebsbereit.
Haltung und Pflege
Ihr Elb ist selbstreinigend und wie alle Produkte der Eru- Werke rostfrei. Der Elb ist werksseitig mit Teflon beschichtet, das ein Anhaften von Schmutz zuverlässig verhindert. Das Regenwasser perlt rückstandslos ab und verhindert so nachhaltig ein Verkalken Ihres Elben.
Elben arbeiten werksseitig im Energiespargang. Eine Lembaswaffel am Tag genügt, um ihn im leichten Dauerbetrieb am Laufen zu halten. Lediglich bei schwereren Tätigkeiten sollten Sie ihn in den Lastgang schalten. Hierzu halten Sie die Nase für 1-2 Sekunden gedrückt.
Wird Ihr Elb für 30 Minuten nicht schwer belastet, so schaltet er selbsttätig in den Energiespargang zurück.
Ab und zu muß Ihr Elb geschmiert werden. Geben Sie ihm hierzu ein Glas Wein, er wird es automatisch verzehren und die Schmiere an die richtigen Stellen verteilen. Die Verwendung von Motoröl an Stelle von Wein ist ausdrücklich nicht zugelassen. Ihr Elb wird Schaden nehmen und die Werksgarantie erlischt.
Geben Sie Ihrem Elben Butter, um den Haarglanz zu erhalten.
Ihr Elb wird benötigte Ruhezeiten selbsttätig einhalten. Stellen Sie Ihm ein Bett zur Verfügung. Er wird automatisch einschlafen und aufwachen.
Drücken Sie dem Elben leicht auf den Hinterkopf. Er fängt an zu leuchten. Durch erneutes Drücken auf den Hinterkopf schalten Sie das Licht wieder aus.
Troubleshooting
Nachfolgend sind einige häufige Probleme bzw. Störungen und ihre Abhilfe beschrieben. Selbstverständlich steht Ihnen unser Kundendienst unter der Rufnummer 01/08154711 (1,99 €/ Min.) mit Rat und Tat zur Seite.
Mein Elb ist dreckig
Die Teflonbeschichtung Ihres Elben ist beschädigt. Wicken Si ihn in Folie ein und kontaktieren Sie die nächste Vertragswerkstatt.
Mein Elb leuchtet nicht
Die Glühlampe ist defekt. Ziehen Sie sachte an der Perücke. Sie klappt auf und die Glühlampe kommt zum Vorschein. Schrauben Sie die defekte Lampe aus und setzen Sie die neue ein. Achten Sie darauf, die richtige Lampe einzusetzen (4,5 Volt, Fassung E5,5). Klappen Sie die Perücke wieder zurück, bis sie hörbar einrastet.
Mein Elb qualmt
Sie haben Ihren Elben mit hoher Last im Energiesparmodus betrieben. Nehmen Sie die Last weg und warten Sie, bis er merkbar abgekühlt ist. Geben Sie ihm dann zwei bis drei Gläser Wein, um die verbrannte Schmiere zu ersetzen. Anschließend ist er wieder einsatzbereit.
Garantie
Die Eru- Werke Valinor gewähren auf Elben 75 Jahre Garantie auf Material- Produktions- oder Konstruktionsfehler sowie gegen Durchrostung. Die Garantie wird nicht gewährt, wenn die Schäden auf unsachgemäße Behandlung insbesondere durch Mißachten dieser Bedienungsanleitung verursacht wurden.
Dem registrierten Nutzer stehen kostenloser Support und Updates zur Verfügung. Registrieren Sie Ihren Elben noch heute unter HYPERLINK http://www.eruwerkevalinor.va
Verwenden Sie nur Original- Zubehör. Wir bieten eine reichhaltige Auswahl an Kleidung, Lembaswaffeln, Pflegeöl und Reinigungsflüssigkeit. Unsere zertifizierten Vertragspartner bieten Ihnen darüber hinaus ein weitreichendes Angebot an nützlichen Zusatzartikeln für Ihren Elben. Fragen Sie Ihren Händler!
Features:
10- Zoll- Farbmonitor mit HotScreen- Technologie
stabile elektromechanische Tastatur für höchste Belastung (Zwergenaxtgeprüft)
Maus
Drucker mit auswechselbarem Typenrad für verschiedene Schriftarten
Stabiles rostfreies Metallgehäuse
50 Hz- Prozessor für optimale Leistung
arbeitet wahlweise auch mit Strom
Bedienungsanleitung für den Hobbit
Aufbau und Funktionen
Ihr neuer Hobbit
Hobbits sind die kleinste Rasse aus unserer Serie der sogenannten Guten Wesen. Sie dienen der Unterhaltung, der Versorgung mit hochwertigen Speisen und Getränken und im Überraschungsmodus erleben Sie ungeahnte Tätigkeiten.
Hobbits sind robust und langlebig gebaut, und wenn die nachstehenden Hinweise zu Betrieb und Pflege beachtet werden, dann werden Sie lange Freude an ihm haben.
Folgende Funktionsmodi stehen Ihnen mit Ihrem Hobbit zur Verfügung:
Kochmodus
Singmodus
Eßmodus
Trinkmodus
Rauchmodus
Überraschungsmodus
Die unterschiedlichen Versionen
Modell Männlein
Das Modell Männlein erkennen Sie an der etwas tieferen Stimme, es trägt Hosen und (meistens) Hosenträger. Es kann neben denen unter Punkt 1.1 genannten allgemeinen Funktionen auch im Ackerbau- und Jagdmodus eingesetzt werden. Ein separates Update auf Kriegermodus ist in Vorbereitung.
Modell Weiblein
Das Modell Weiblein ist an der hellen Stimme zu erkennen. Zu den allgemeinen Funktionen kann noch der Nähmodus und der Nudelholzschwingmodus zur Erhaltung der allgemeinen Ordnung zugeschaltet werden.
Inbetriebnahme
Legen Sie Ihren Hobbit flach auf den Rücken und kitzeln Sie ihn mit der beigelegten Gänsefeder sachte an den Fußsohlen, indem Sie die Feder mehrmals langsam im Kreis über die Fußsohlen führen. Dieser Vorgang nennt sich Not- Aufweckvorgang, zur Inbetriebnahme ist er unbedingt auszuführen, ansonsten haben Sie einen verschlafenen Hobbit.
Füttern Sie ihn beim ersten Mal voll durch, das heißt, Sie geben ihm so lange zu essen bis er damit selbsttätig aufhört. Fügen Sie Getränke im Verhältnis von 1:1 zu.
Nach der Inbetriebnahme wird der Hobbit seinen ersten Stoffwechselvorgang ausführen. Dieser Vorgang geschieht automatisch. Ist der Stoffwechselvorgang beendet, so ist der Hobbit nachzufüttern. Auch hier hört er selbsttätig mit dem Eßvorgang auf. Ihr Hobbit ist jetzt in Betrieb.
Haltung und Pflege
Füttern Sie Ihren Hobbit jedes Mal, wenn Sie ein Brummgeräusch aus der Bauchgegend hören. Der Magen arbeitet dann im Leerlauf und benötigt Nachschub, um für eine dauerhaft hohe Leistung Ihres Hobbits zu sorgen. Vergessen Sie nicht, bei jedem Füttervorgang Getränke im Mischverhältnis 1:1 bereitzustellen. Bei besonders heißem Wetter sollte das Verhältnis Essen zu Getränke mindestens 1:3 sein.
Halten Sie Ihren Hobbit immer paarweise: ein Modell Männlein und ein Modell Weiblein zusammen. Graben Sie ihnen eine schöne Höhle. Halten Sie Ihren Hobbit niemals alleine. In diesem Fall erlischt die Eru- Werksgarantie!
Ihr Hobbit braucht Auslauf. Gassi gehen müssen Sie zwar nicht (der Stoffwechselmodus verläuft automatisch, der Hygienemodus kann nicht -auch nicht versehentlich- abgeschaltet werden) aber Ihr Hobbit ist ein Hochleistungswesen und muß beschäftigt werden. Aus diesem Grund ist er für die reine Wohnungshaltung eher ungeeignet. Die Haltung in großen Höhen ist nicht artgerecht. Ihr Hobbit ist weder ein Riese noch ein Vogel. Nehmen Sie Rücksicht auf seine vorprogrammierte Höhenangst, hierbei handelt es sich um eine Absicherungsprogramm gegen allzu dolles Rumturnen.
Geben Sie Ihrem Hobbit ein Musikinstrument. Sie werden sehen, er wird zur allgemeinen Erheiterung beitragen. Der Unterhaltungseffekt wird noch besser, wenn Sie mehreren Hobbits verschiedene Musikinstrumente geben. Stellen Sie ihnen Musiktexte zur Verfügung.
Lassen Sie Ihren Hobbit niemals mit Feuerwerkskörpern alleine. Er wird sie entzünden! Dies ist ein Softwarefehler, an dessen Behebung unsere Konstruktionsabteilung noch arbeitet.
Geben Sie Ihrem Hobbit neue Aufgaben. Hobbits sind lernfähig. Loben Sie Ihren Hobbit, wenn er etwas besonders gut gemacht hat, um die Lernfähigkeit noch zu steigern.
Um Ihren Hobbit dauerhaft an Sie zu binden und ihn damit diebstahlsicher zu machen sollten Sie ihn in regelmäßigen Abständen streicheln. Knuddeln sollten Sie ihn nur in eingeschränktem Umfang und nicht zu stark, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Für eine einwandfreie Funktion ist es wichtig, das Innenleben Ihres Hobbits mindestens einmal im Monat zu reinigen. Reinigen Sie ihn mit Alkohol, das desinfiziert und steigert den Unterhaltungseffekt!
Hierzu geben Sie ihm hochprozentige Getränke (Whiskey, Zwetschgengeist, Wodka o.ä.) und der Innenreinigungsmodus wird automatisch aktiviert. Nach einigen Stunden ist der Reinigungsvorgang abgeschlossen und Ihr Hobbit arbeitet wieder normal.
Die Außenreinigung Ihres Hobbits geschieht automatisch. Stellen Sie ausreichend heißes Wasser in einer Badewanne oder einem genügend großen Waschzuber zur Verfügung. Geben Sie ihm ein Handtuch und ein Stück Seife. Nach Beendigung des Wasch- und Trockenprogramms zieht er sich selbsttätig an und steht Ihnen dann wieder normal zur Verfügung.
Troubleshooting
Nachfolgend sind einige häufige Probleme bzw. Störungen und ihre Abhilfe beschrieben. Selbstverständlich steht Ihnen unser Kundendienst unter der Rufnummer 01/08154711 (1,99 €/ Min.) mit Rat und Tat zur Seite.
Mein Hobbit knurrt
Ihr Hobbit hat Hunger! Geben Sie ihm zu essen. Die Störung wird sich selbsttätig beseitigen.
Mein Hobbit ist lustlos
Hierfür kann es mehrere Ursachen geben:
Er wird alleine gehalten: Besorgen Sie unverzüglich einen passenden Partner! Ihr Vertragshändler berät Sie gerne.
Er ist temporär alleine: Für einen gewissen Zeitraum (z.B. zu Transportzwecken) können Hobbits ohne passenden Partner gehalten werden. Streicheln Sie ihn jetzt besonders häufig, geben Sie ihm Bier (aber nicht zu viel) und beschäftigen Sie ihn.
Er wurde zu oft getadelt/zu wenig gelobt: Loben Sie Ihren Hobbit. Streicheln Sie ihn. Vorsichtiges Knuddeln hilft u.U. auch.
Mein Hobbit qualmt
Dies ist keine Störung. Hobbits rauchen gerne. Geben Sie ihm nur Original- Pfeifentabak der Marke Alter Tobi. Keinesfalls dürfen Sie ihm Bahndammkraut, Buchenblätter oder Grasfang zum Rauchen geben. Für die daraus resultierenden Störungen übernehmen wir keine Haftung!
Mein Hobbit lallt
Sie haben bei der Innenreinigung zu viel Reinigungsflüssigkeit zugegeben. Setzen Sie Ihren Hobbit in die Badewanne oder in den Garten und warten Sie ab, bis die überschüssige Reinigungsflüssigkeit ausgeworfen wurde. Anschließend wird der Reinigungsvorgang normal fortgesetzt.
Verwenden Sie die ausgeworfene Flüssigkeit nicht wieder!
Garantie
Die Eru- Werke Valinor gewähren auf Hobbits 50 Jahre Garantie auf Material- Produktions- oder Konstruktionsfehler. Die Garantie wird nicht gewährt, wenn die Schäden auf unsachgemäße Behandlung insbesondere durch Mißachten dieser Bedienungsanleitung verursacht wurden.
Dem registrierten Nutzer stehen kostenloser Support und Updates zur Verfügung. Registrieren Sie Ihren Hobbit noch heute unter HYPERLINK http://www.eruwerkevalinor.va
Verwenden Sie nur Original- Zubehör. Wir bieten eine reichhaltige Auswahl an Kleidung, Pfeifen, Pflegemittel und Reinigungsflüssigkeit. Unsere zertifizierten Vertragspartner bieten Ihnen darüber hinaus ein weitreichendes Angebot an nützlichen Zusatzartikeln für Ihren Hobbit. Fragen Sie Ihren Händler!
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Die Schöpfungsgeschichte so begann das alles
Nicht wirklich ernstzunehmende Gegebenheiten und Erzählungen aus nicht immer allzu fernen Zeiten in nicht immer allzu fernen Ländern
Als Eru, der Eine, der über allem wacht den Aufbau der Welt vollendet hatte so suchte er nach einem neuen Aufgabenfeld. Denn die Welt kann nur einmal erschaffen werden und wenn sie fertig ist, so hat ihr Erbauer nichts mehr zu tun.
Also sann Eru auf Abhilfe, und da es ihm in seiner einsamen Welt gar langweilig ward erschuf er die Valar. Sie waren reine Handarbeit, und nach dem hundertsten Vala ward Eru sehr müde, aber die Welt war noch fast so einsam wie zuvor.
Hätte ich gewußt, daß Arbeiten so müde macht, dann hätte ich es nicht erfunden sagte Eru und auch hier kam ihm eine Idee. Er rief seine Valar zusammen und wies sie an, eine Fabrik zu bauen, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Zu diesem Zeitpunkt war dies noch einfach, denn seine Fabrik war die erste auf der Welt. Als die Fabrik fertig war, ersann Eru Lebewesen, die er in ihr herstellen lassen wollte, und da viele Valar viele Maschinen bedienten ward die Welt rasch mit den verschiedensten Wesen bevölkert.
Doch ein Vala neidete Eru seinen Geschäftserfolg. Morgoth war einst ein Vorarbeiter in der Elben- Fertigungsstraße gewesen, aber nun machte er sich selbständig und baute eine eigene Fabrik. In ihr produzierte er Orks, Trolle und allerlei wunderliches und verdrehtes Zeug, aber seine schlimmste Kreatur nannte er Angela Merkel. Und so gab es den ersten Fall von Industriespionage und Produktpiraterie, noch ehe das erste Jahr der Welt vollendet war.
Also trat das Kartellamt von Valinor auf den Plan und verbot Morgoth, seine Produkte im Segensreich herzustellen und zu vertreiben. Morgoth zog daraufhin erbost nach Mittelerde und sprach vom ersten Industrieskandal der Welt, weil Eru der Leiter des Kartellamts von Valinor ist. Aber Morgoth produzierte in Mittelerde weiter, und auch wenn es ihm nicht mehr gelang, Angela Merkel zum Terror der Welt zu reproduzieren, so schuf er mit den Drachen eine gänzlich neue Produktlinie, die ihr aus dem Gesicht geschnitten waren.
Der Kampf um Marktanteile in der Welt wurde härter, und bald vertrieben beide Firmen ihre Produkte übers Internet. Unter HYPERLINK http://www.eruwerkevalinor.va bot Eru seine Wesen an, und unter HYPERLINK http://www.morgoth-mittelerde.com versuchte Morgoth ihm Konkurrenz zu machen, wo es nur ging.
Um die Kundenzufriedenheit zu steigern, ersann Eru Bedienungsanleitungen für seine Wesen. Morgoth neidete ihm auch diesen Erfolg, aber zu mehr als einfachen Beipackzetteln schaffte er es nicht. Der Welt erschien es ja auch als nicht verwunderlich, denn Morgoth schaffte es noch nicht mal, seine Orks zum Leuchten zu bringen, vom Klampfmodus oder der Fähigkeit zivilisierten Qualmens mal abgesehen.
Die erste Produktlinie der Eru-Werke, die Elben war für lange Zeit der Marktrenner. Und Eru sann danach, seinen Marktanteil noch weiter auszubauen, und er erschuf Zwerge und Menschen. Im Gegensatz zu den Elben begrenzte er jetzt ihre Nutzungsdauer, um auch in Zukunft gute Umsätze machen zu können. Hierbei bot er den Kunden die Rücknahme der Altprodukte an, um sie wiederzuverwerten und er hatte so das Recycling erfunden.
Die Zeit verging, die Elben, Menschen und Zwerge führten programmgemäß ihre Kriege gegen Morgoths Konkurrenzprodukte, aber Erus Kunden beklagten sich über das Fehlen eines unterhaltsamen und kurzweiligen Erzeugnisses.
Manche sagten, Eru habe das Wort kurzweilig etwas zu wörtlich genommen, als er mit den Hobbits eine gänzlich neue Produktlinie entwarf. Ihr erweiterter Singmodus übertraf jedoch alle Erwartungen, und Morgoth ärgerte sich in seinen Produktionshallen grün und blau darüber, diese Geschäftsidee nicht selbst gehabt zu haben. Aber so sehr er sich auch mühte, sein Konkurrenzprodukt, die Zillertaler Alpenjodler kommen an den Unterhaltungswert der Hobbits bis heute nicht heran.
Als Eru seine Hobbits auf den Markt gebracht hatte, so tat er dies mit einem hinterhältigen Grinsen. Denn in jedem Hobbit sind Hunderte exzellenter Kochrezepte einprogrammiert, die sich ab dem sechsten Lebensjahr selbständig extrahieren und die Welt bis heute erfreuen. Morgoths Orks sind dagegen nicht mal in der Lage, einen Kochtopf von einem Nachttopf zu unterscheiden, und so schmeckt das Essen bei denen auch.
Was die Ringgemeinschaft nach dem Ringkrieg wirklich tat
Nach dem Sieg über Sauron trennte sich die Ringgemeinschaft alsbald, um in ihre Heimatländer zurückzukehren. Frodo und Gandalf waren die einzigen, die Mittelerde verließen, aber die anderen mußten ihren Lebensunterhalt durch ehrliches Arbeiten verdienen.
Aragorn war ja bekanntlich zum König von Gondor gekrönt worden, und er brauchte sich nicht wirklich Gedanken um seinen Lebensunterhalt machen. Wenn er Geld brauchte, dann prägte er einfach welches. Die anderen konnten das aber nicht so einfach machen, jedenfalls nicht ohne gewaltigen Ärger zu bekommen.
Legolas schlug Kapital aus der Fähigkeit aller Elben: nämlich sich schön zu machen. Er eröffnete unweit von Menegrond seine erste Beauty- Farm. Mittlerweile hat er eine ganze Kette mit Filialen in ganz Mittelerde und er hat sich geschäftstüchtiger als Zwerge erwiesen.
Dies konnte Gimli natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Nun, er hat in seiner Zeit mit Legolas viel über Gewaltfreiheit gelernt und veranstalten Anti- Aggressions- Seminare in ganz Mittelerde. Seine Spezialität ist es, Orks zu lammfrommen Dienern zu machen.
Merry, Pippin und Sam fanden bei ihren ausgedehnten Reisen durch Mittelerde die Verköstigung bei den anderen Völkern oft eher unzureichend. Nach Frodos Abreise hat Sam die Gelegenheit genutzt, in Beutelsend so richtig aufzuräumen und dabei ein altes Rezeptbuch gefunden, das noch von Belladonna Tuk, Bilbos Mutter stammte und von Bilbo erweitert und verbessert worden war. Alle Rezepte waren einfach und schnell nachzukochen, und erweitert um ein paar eigene Kreationen haben die drei Hobbits eine Restaurantkette aufgebaut.
Das McBilbo´s ist Mittelerdes Erfolgsstory schlechthin. Angehörige anderer Völker scheuen die lange Dauer eines Hobbitmahles, aber die Delikatessen, die vom Kleinen Volk kommen sind begehrt. Nun, im McBilbo´s ist das Essen vorkonfektioniert, so daß niemand lange verweilen muß aber schmackhafter als normale Menschennahrung. Und das Konzept hat sich in ganz Mittelerde verbreitet; von Angmar bis Belfalas und von den Grauen Anfurten bis Mordor finden sich unzählige Filialen.
Gondor in Not
Pippin war fast zu Hause in Buckelstadt. Er war gerade von der Jahreshauptversammlung der McBilbo´s Anteilseigner gekommen, wo es wie jedes Jahr mal wieder heiß hergegangen war. Sie hatten gerade die Erhöhung der Dividende um 3 Silberpfennige beschlossen, denn der Laden lief. Vor einem Monat war die tausendste Filiale in Isengart eröffnet worden, und Merry und Sam waren bei der Eröffnung dabei gewesen. Sie hätten eigentlich schon längst zurück sein sollen, aber König Éomer von Rohan hatte sie zu sich bestellt. Offenbar gab es irgendwo im Süden Schwierigkeiten.
Na wenn das mal keine Schwierigkeiten gibt meinte er zu sich selbst. Merry und Sam sind irgendwo im Süden und aus Gondor gibt es überhaupt keine Nachrichten. Faramir hat mir seit drei Monaten keinen Brief mehr geschrieben. Irgendwas stimmt da nicht.
Gedankenverloren stolperte Pippin die Bullenraßlerstraße entlang. Wie immer, wenn er in Gedanken war übersah er die scharfe Linkskurve direkt vor seiner Höhle, und mit einem lauten Rums landete er im Komposthaufen. Unzählige Fliegen surrten um ihn herum und er arbeitete sich aus dem Haufen heraus.
Hallo Pip rief seine Frau. Wie immer nimmst du den direkten Weg. Und wie immer darf ich deine Klamotten mal wieder waschen.
Hallo Juweline antwortete Pippin gedankenverloren.
Was ist denn nun schon wieder? Du denkst, und das beim Gehen. Pippin, bist du krank?
War die Post da? fragte Pippin, den letzten Kommentar geflissentlich überhörend.
Ja. Das übliche. Rechnungen, Einladungen und so weiter.
Kein Brief aus Gondor?
Nein, kein Brief aus Gondor. Juweline sah den Stapel noch einmal durch.
Das ist seltsam. Faramir, Aragorn oder Beregond haben doch immer mal geschrieben und seit drei Monaten kommt rein gar nichts mehr. Irgendwas stimmt nicht.
Und das macht dir Sorgen. Juweline kramte noch immer in den Briefen, auf einmal hielt sie eine kleine, silbrig glänzende Postkarte hoch. Das ist heute für dich mit dabei gewesen.
Pippin nahm die Postkarte. Komisches Ding. Wer schreibt denn so was? Vorne ist gar nichts drauf, nur was Silbernes. Er drehte sie um. Ah ja. Was steht denn da? Valinor Air Mail was ist denn das schon wieder? Hm. Hier steht was geschrieben. Bitte mit der Silberseite nach oben auf einen Tisch legen, das Licht verringern und auf die rote Fläche unten links drücken. Aber von wem sie ist, das steht da nicht.
Neugierig machte Pippin, wie es auf der Karte geschrieben stand. Zuerst tat sich gar nichts, dann ging von der Karte ein Leuchten aus, das immer stärker wurde. Plötzlich stand Frodo auf dem Tisch! Pippin wollte ihn umarmen, aber er fiel polternd durch ihn hindurch und rappelte sich kopfschüttelnd wieder auf.
Hallo Pippin sagte Frodo. Es war, als ob er eine Nachricht vorlesen würde. Ich dachte mir, daß du dich erst mal über diese seltsame Post wundern würdest, deswegen habe ich dir etwas Zeit gelassen. Paß auf und hör mir gut zu: in drei Tagen komme ich mit einer Schnellfähre in den Grauen Anfurten an. Es wäre nett, wenn ihr mich abholen könntet, also sage bitte den anderen Bescheid. Der Speicherplatz auf dieser Postkarte ist begrenzt: ich werde euch nachher alles erzählen.
Und beeil dich, närrischer Tuk! röhrte eine Stimme im Hintergrund.
Ach ja, und ich soll dir von Gandalf schöne Grüße ausrichten grinste Frodo. Das Licht der Karte ging aus und Frodo verschwand wieder. Juweline öffnete den Vorhang, und das letzte Tageslicht fand wieder seinen Weg ins Wohnzimmer.
Komische Post schreiben die in Valinor meinte Juweline.
Juweline, ich muß los verkündete Pippin. Die anderen sind irgendwo im Süden und da muß wenigstens ich den alten Frodo vom Hafen abholen. Hier hat sich viel seit seiner Abreise geändert und ich will mir nicht nachsagen lassen, der Ringträger habe sich verirrt, weil der Herr Tuk mal wieder zu spät war.
Pippin stürmte in den Stall, sattelte sein Pony und galoppierte los. Juweline sah ihm kopfschüttelnd nach. Närrischer Tuk da muß ich dem alten Gandalf Recht geben.
Pippin beschloß, die neue Oststraße zu nehmen. Sie war vierspurig ausgebaut worden, zwei Spuren für jede Richtung, die rechte für langsame Karren und die linke für schnelle Ponies, so daß keiner mehr aus langsamere Fahrzeuge oder gar den Gegenverkehr achten mußte. Alle paar Meilen war ein Ride-In von McBilbo´s, wo er quasi im Vorbeireiten etwas zwischen die Zähne bekam. Die Nacht verbrachte Pippin in einem neu erbauten Motel der Grüner-Drachen-Kette (die zur Hälfte zu McBilbo´s gehörte, was Pippin einen deutlichen Preisnachlaß einbrachte) und früh am nächsten Morgen ging es weiter.
Sam und Merry hatten ein paar ruhige Tage in Isengart verbracht. Nach der Eröffnung der tausendsten McBilbo´s- Filiale beschlossen die beiden, für ein paar Tage auszuspannen. Außerdem hatte Baumbart sie eingeladen, seinen neuen Waldlehrpfad (mit Souvenirshop und Café) zu besuchen. Lange konnten sie die Ruhe aber nicht genießen: nach gerade mal zwei Tagen der Ruhe kam ein Bote der Rohirrim mit einer Botschaft von König Éomer. Er schrieb von beunruhigenden Ereignissen an der Grenze zu Gondor. Merry und Sam schrieben einen Brief an Pippin und machten sich sofort auf den Weg.
Sie waren noch nicht lange unterwegs, als vermummte Gestalten ihnen in einem dunklen Waldstück auflauerten. Merry spürte, wie er einen Schlag auf den Hinterkopf bekam und dann wußte er nichts mehr.
Pippin war endlich an den Grauen Anfurten angekommen. Drei Tage lang hatte er sein Pony über die Oststraße gescheucht. Zuerst war sie noch neu ausgebaut gewesen, aber ab den Turmbergen war sie zweispurig und wand sich in engen Serpentinen durch die Berge. Normalerweise genoß Pippin die grandiose Landschaft der Turmberge, wenn er für einen Kurzurlaub ans Meer ritt, aber dieses Mal hatte er kein Auge dafür gehabt. Zu allem Verdruß hatte er unterwegs noch zwei Strafzettel für zu schnelles Reiten kassiert.
Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang hatte er die Grauen Anfurten erreicht. Weit und breit war kein Schiff aus Valinor zu sehen.
Vielleicht habe ich es verpaßt oder diese Schnellfähre hat Verspätung überlegte Pippin. Unsere Postkutschen sind ja auch nicht gerade ein Inbegriff für Schnelligkeit und Pünktlichkeit, wieso soll es den Leuten in Valinor da anders gehen?
Plötzlich hörte Pippin das laute Tuten eines Nebelhorns und in die Bucht bog eine seltsame Fähre ein. Sie hatte zwei schlanke Schiffsrümpfe und einen riesigen Propeller auf dem Dach. Die Fähre war weiß gestrichen, und Pippin konnte an den Seiten die Aufschrift Vala-Lines Expressway entziffern. Die Fähre hielt auf den Kai zu, und kurz bevor sie anlegte klappte plötzlich die vordere Wand herunter. Sie legte sich auf den Kai, und Pippin sah, daß es sich um eine Art Rampe handelte. Auf ihr waren drei Fahrspuren aufgezeichnet, und eine Ampel schaltete auf Grün. Was ist denn das schon wieder für ein Unfug? dachte Pippin bei sich. Plötzlich wurde das Innere der Fähre gleißend hell und viele Kutschen, Karren und Reiter quollen aus der Fähre heraus. Pippin machte erschreckt einen Satz zur Seite, um nicht überfahren zu werden. Aber so sehr Pippin sich auch abmühte, einen Hobbit konnte er nicht unter den Fährpassagieren ausmachen. Enttäuscht wandte er sich um.
Er erschrak, als plötzlich jemand vor ihm stand. Hallo Pippin sagte er, und die Stimme kam ihm bekannt vor.
Frodo! rief Pippin und umarmte schluchzend seinen Freund und Vetter.
Ich freue mich, dich zu sehen sagte Frodo. Aber wo sind die anderen?
Wenn ich das wüßte. Merry und Sam sind im Süden und eigentlich sollten sie schon längst wieder hier sein. Sorge stand in Pippins Gesicht geschrieben. Aber komm! Du mußt bestimmt hungrig sein. Wir gehen gerade rüber, über die Straße.
Auf der Fähre wurden wir gut versorgt lachte Frodo. Aber Hunger hab ich trotzdem. Wo gehen wir hin? Und wie sich das alles verändert hat!
Ja, die Grauen Anfurten sind jetzt der wichtigste Hafen des Auenlands sagte Pippin. Als die letzten Elben Mittelerde verlassen hatten bekamen wir von Streicher den Auftrag, das alles instandzuhalten und wir haben einen funktionierenden Warenumschlagplatz gemacht. Komm, wir gehen da rüber.
Ins McBilbo´s? Was um alles in der Welt ist denn das für ein seltsames Lokal?
Das ist eine Idee von mir und Merry sagte Pippin stolz. Viele Leute finden unsere Hobbitküche sehr schmackhaft, aber vor allem die Menschen haben keine zwei Stunden Zeit, sich zum Essen hinzusetzen. So kann man sich rasch stärken und noch weit reisen.
Sie gingen hinein. Drinnen war eine lange Theke, hinter der einige Hobbits emsig die wartende Kundschaft bedienten. Über der Theke war eine beleuchtete Tafel, auf der die Speisenauswahl angeschrieben stand.
Double Grilled Mûmak? Was ist denn das, Pippin?
Probiers doch einfach, Frodo.
Sie bestellten und bekamen ihr Essen rasch auf das Tablett. Frodo hatte ein Double Grilled Mûmak- Super-Spar-Menü bestellt, und ein enormer Hamburger lag neben einem riesigen Berg fritierter Kartoffeln. Daneben stand ein Becher mit einer Maß Limonade. Pippin hatte ein Super Hot Dragon- Menü. Das war ein extrem scharfer Hähnchenburger und es gab (aus gutem Grund) eine doppelte Maß Limo gratis dazu.
Pippin, du dampfst wie ein Schnellkochtopf grinste Frodo. Aber was um Himmels Willen ist in diesem Double Grilled Mûmak drin? Das schmeckt ja penetrant nach Elefant.
Das ist Elefant. Wir lassen es extra aus Harad kommen.
Frodo bemühte sich, keine Miene zu verziehen und würgte den Rest tapfer herunter. Anschließend gönnte er sich noch einen Big Bullenraßler. Dieser Burger bestand aus einer vierfachen Lage Rinderhacksteak mit ein wenig Salat und viel Mayonnaise. Frodo sah den Hauptzweck dieses Burgers darin, den penetranten Elefantengeschmack loszuwerden.
Endlich hatten sie sich auf den langen Weg ins Auenland gemacht. Rosie Gamdschie war irgendwo im Auenland unterwegs (sie vertrat Sam als Bürgermeister, wenn er unterwegs war) und so hatte Pippin beschlossen, Frodo erst einmal bei sich in Buckelstadt wohnen zu lassen. Sie gingen die Rückreise gemächlicher an als Pippins Herritt, und nach vier Tagen hatten sie ihr Ziel erreicht.
Juweline stand in der Tür. Hallo ihr beiden rief sie.
Hallo rief Pippin zurück. Frodo, das ist meine Frau Juweline. Juweline, das ist Frodo.
Frodo deutete eine Verbeugung an und gab Pippins Frau einen Handkuß. Sie kicherte verlegen, und die drei gingen in die Höhle. Frodo wurde in einen bequemen Sessel bugsiert, und Pippin und Juweline bereiteten einen späten Nachmittagstee.
Nun erzähl doch von Valinor sagte Pippin, als sie ihren Tee ausgetrunken hatten. Er hatte Mühe, seine Neugier zu verbergen. Ist dort wirklich alles liebreizend und schön?
Nun, in Valinor ist vieles tatsächlich liebreizend und schön antwortete Frodo. Milch und Honig fließen dort zwar nicht in Strömen, aber die Luft ist voller Musik, Essen und Trinken gibt es reichlich und alles ist friedlich dort. Na ja, die nächtliche Beleuchtung ist manchmal schon nervig und ich verstehe nicht wirklich, warum die Elben in ihren Städten so eine Hektik machen. Aber es gibt dort so eine Art Kutschen, die ohne Pferde fahren, und die Städte sind sehr sauber.
Und wieso bist du dann zu uns zurückgekommen?
Irgendwie hatte ich Sehnsucht danach, einfach nur mal wieder unter Hobbits zu sein. Nichts gegen die Elben, aber allein unter ihnen ist es kaum auszuhalten. Ich frage mich, wie Bilbo das macht. Er hat eine Professorenstelle für Mittelerdische Geschichte an der Universität zu Alqualonde angetreten, und er wollte nicht auf diesen kleinen Ausflug mitkommen.
Du verläßt uns bald wieder? rief Pippin.
Nun, so bald nicht antwortete Frodo. Zumindest nicht für Mittelerdes Zeitvorstellungen. Nun, ich bin jetzt wie einer der Elben, und wenn es Zeit ist, werde ich wieder zurückgerufen. Dann darf ich die, die mit mir mitgehen wollen mitnehmen.
Aber reden wir nicht mehr von diesen Dingen, die noch Zeit haben! Ich bin gekommen, weil ich einen Auftrag zu erfüllen habe. König Elessar ist spurlos verschwunden, und ich soll mich nach Gondor begeben, um den Dùnedain beizustehen. Und ich habe Dinge gelernt, die manchem ein Augenöffner sein könnten.
Frodo hielt eine Hand hoch. Von ihr schien Licht auszugehen, und im Nu war das Kaminzimmer hell erleuchtet. Pippin und Juweline saßen mit offenen Mündern da.
Das ist ja interessant staunte Pippin. Ganz wie der alte Gandalf.
Das habe ich von Gandalf gelernt, und noch viel mehr antwortete Frodo. Der alte Junge wollte nicht mehr nach Mittelerde zurückkommen. Er sagte, seine Zeit hier sei endgültig abgelaufen, aber er hat mir noch ein paar nützliche Tricks und Kniffe gezeigt. Gandalf meinte, ich könnte das in Gondor gut gebrauchen.
Nun, da wären wir beim Thema: Wann brechen wir auf? fragte Pippin.
Ich weiß nicht, ob du mitkommen solltest sagte Frodo nachdenklich. Nicht nur die Reise, sondern auch der Aufenthalt in Gondor wird gefährlich sein. Ich werde mir vielleicht zu helfen wissen, aber ich möchte den Thain des Auenlands nicht auch noch verlieren.
Frodo, das kommt nicht in Frage sagte Pippin bestimmt. Ich bin auch ein Ritter von Gondor, und ich glaube, ich hätte schon längst dort sein müssen. Außerdem sehen vier Augen mehr als zwei. Und ich will herausfinden, wo Merry und Sam stecken.
Na gut. Morgen früh sollten wir aufbrechen.
Sie beschlossen, durch den Langgrund zu reiten und hinter der Sarnfurt auf die Südstraße zu stoßen. Es wurde ein langer, aber kein langweiliger Ritt. Frodo kannte viele Lieder aus Valinor, und Pippin hatte viel über die Dinge zu berichten, die seit Frodos Abreise passiert waren. In Isengart waren sie bei Baumbart zu Gast, der den beiden berichtete, daß Merry und Sam schon vor über zwei Monaten aufgebrochen waren. Seither wußte niemand mehr, wo sie steckten. Frodo beschloß, vorsichtiger und abseits der Straße weiterzureiten.
So kommen wir nie ans Ziel murrte Pippin. Wir werden eine Woche brauchen wozu es auf der Straße einen Tag braucht.
Die Straße wird höchstwahrscheinlich beobachtet. Und du trägst dein Wappen zu offen, Ritter von Gondor. Außerdem ist mein Pony ein allhufbetriebenes Geländepony mit Überrollbügel und Amphibien-Schwimmvorrichtung.
Aber meines nicht glaube ich.
Du hast wie immer nicht gemerkt, daß ich in Buckelstadt dein Pony gegen eines ausgetauscht hab, das aus Valinor kommt grinste Frodo. So viel zu deiner Wachsamkeit. Du kommst genauso schnell durchs Gelände wie ich, Pippin. Ich weiß zwar nicht genau, ob die Straße beobachtet wird, aber ich fühle es. Und ich fürchte, es sind viele Räuber, gegen die wir nicht ankommen werden.
Vier Hobbits wieder vereint
Vorsichtig ritten sie durch die Pforte von Rohan. In der Ferne sahen sie dünnen Rauch über der Straße aufsteigen, und Frodo wußte, daß er mit seiner Vermutung Recht gehabt hatte. Um die ersten Lager der Räuber kamen sie ungeschoren herum, aber nach zehn Tagen merkte Pippin, daß sie verfolgt wurden. Frodo meinte, es machte keinen Sinn, vor den Verfolgern fliehen zu wollen. Sie hielten an.
Warte sagte Frodo, als Pippin sein Schwert ziehen wollte. Die Verfolger sind beritten. Nimm deinen Helm ab.
Ich bin doch nicht verrückt entgegnete Pippin entsetzt. Ich entblöße vor denen doch nicht freiwillig mein Haupt.
Vertrau mir sagte Frodo. Ich trage auch keinen Helm. Berühre nichts, was aus Metall ist!
Pippin nahm den Helm ab und hängte ihn an seinen Sattelknauf. Frodo nahm einen weißen Stab (den Pippin bislang übersehen hatte) in die Hand und wartete, bis die Reiter in Rufweite waren.
Wer wagt es, den Ringträger zu verfolgen? rief er mit lauter Stimme.
Die Reiter lachten mit rauhen Stimmen. Der Ringträger? Fein! Unser Anführer wird uns reich belohnen!
Frodo sagte nichts, sondern hielt seinen Stab hoch. Dann murmelte er eine Beschwörungsformel in irgendeiner halbvergessenen Sprache, und plötzlich begann die Luft zu knistern. Blitze schlugen in die Helme der Angreifer, und sie ließen alles los, was aus Metall war. Es schien, als ob sie ein plötzlicher Schmerz durchzuckte, den sie nicht ertragen konnten. Es war für Pippin ein leichtes, sie zu fesseln.
Wir bringen sie vor den König von Rohan sagte Frodo. Er soll über sie richten. Ich bin sicher, er wird uns reich belohnen lachte er.
Pippin wunderte sich, was um alles in der Welt nur Frodo gemacht hatte. Mißtrauisch fingerte er nach seinem Helm, bereit, ihn beim kleinsten Schmerz sofort loszulassen, aber Frodo lachte erneut.
Dir wird nichts passieren, Pippin. So, wir reiten jetzt nach Edoras.
Sie galoppierten los, aber noch vor dem Abend wurden sie erneut von einem bewaffneten Trupp angehalten. Wieder hatte Pippin sein Schwert in der Scheide zu lassen.
Erkennst du, wer das ist?
Nein, aber ich befürchte das Schlimmste.
Das läßt du die Rohirrim aber besser nicht wissen grinste Frodo. Du kannst dein Wappen ruhig wieder offen tragen.
Die Reiter waren tatsächlich Rohirrim, und die beiden Hobbits und ihre Gefangenen waren rasch von einem tödlichen Ring von Speeren und Lanzen eingeschlossen.
Gebt sofort die holbytlan frei rief ihr Anführer.
Wir sind frei antwortete Frodo. Diese Herrschaften hier waren etwas ungemütlich, und wir wollten sie zu König Éomer bringen, damit er über sie richten möge.
Der Anführer saß ab. Wer seid Ihr, der in der Lage ist, es mit dreißig Räubern aufzunehmen? Euren Begleiter kennen wir und der Thain des Auenlands ist uns immer willkommen. Aber Euch kenne ich nicht.
Ihr solltet ihn aber kennen, Elfhelm sagte Pippin. Das ist Frodo Beutlin. Der Ringträger ist zurück und er sagte, er habe hier eine Aufgabe zu erfüllen.
Elfhelm staunte, und dann knieten die Reiter von Rohan vor ihm nieder. Herr Frodo, seid uns willkommen in unserem Land! Was wünscht Ihr, das wir tun?
Bringt uns auf dem schnellsten Wege zu König Éomer antwortete Frodo. Gondor ist in höchster Gefahr, und wir können uns keinen Aufschub erleiden. Aber was ist Eure Aufgabe? Weshalb reitet Ihr an der Westgrenze von Rohan?
Wir sind auf der Suche nach zwei verschollenen holbytlan antwortete Elfhelm. Erst glaubten wir, Ihr wärt Herr Meriadoc und Herr Samweis, aber dem ist nicht so. Wir haben zuverlässige Hinweise, daß die beiden in der Nähe gefangen gehalten werden. Reitet mit uns. Die Gefangenen werden von unseren Leuten nach Edoras gebracht.
Gut. Laßt uns aufbrechen.
Elfhelm gab noch ein paar Befehle und dann galoppierten sie los. Pippin fiel auf, daß es ihren Ponies leicht fiel, im Galopp mit den großen Pferden von Rohan mitzuhalten.
Das sind Turboponies erklärte Frodo. In Wirklichkeit leisten die 2,5 PS, und wenn sie mit Super-Plus-Hafer gefüttert werden schaffen die locker 80 Spitze. Aber paß auf, Pippin, daß du nicht aus der Kurve fliegst.
Frodo mußte in der Tat aufpassen, daß sein Pony nicht die Reiter von Rohan hinter sich ließ. Elfhelm führte sie in einen großen Wald, und die Reiter ritten vorsichtig durch das Dunkel. Plötzlich hörten sie rings um sich Schreie. Die Rohirrim zogen ihre Schwerter, aber Pippin war zu sehr erschrocken, um noch reagieren zu können, und er hielt sich an Frodo.
Der fackelte nicht lange, sondern hob seinen Stab. Plötzlich war es im Wald taghell und es war den Rohirrim ein leichtes, den verdutzten Räubern ihre Waffen abzunehmen. Genauso leicht war es jetzt, das Versteck der Räuber auszumachen, das mitten im Wald lag und bei der Dunkelheit, die hier normalerweise vorherrschte nicht leicht zu finden gewesen wäre. Aber dort waren keine Gefangenen zu sehen.
Sie verließen den Wald mit ihren Gefangenen, denn darinnen wurde es sehr heiß, und bald schon fingen die ersten Bäume an zu brennen.
Das mit dem Licht klappt nicht lange sagte Frodo. Irgendwie gibt es dabei eine enorme Hitzeentwicklung, und was dann passiert, siehst du ja selbst.
Irgendwie klasse brummte Elfhelm. König Éomer wird uns loben, weil wir ein Räubernest ausgehoben haben, aber wie nur erkläre ich ihm, daß einer seiner Wälder dabei doch arg gelitten hat? Das mit dem Ausleuchten wird er mir nicht glauben.
Typisch Frodo lachte Pippin. Hell erleuchtet schreitet der Ringträger vor uns und fackelt dabei den halben Wald ab.
Die Gefangenen sagen, sie hätten ihre Geiseln erst vor ein paar Tagen ins Gebirge verschleppt sagte Frodo. Noch können wir sie einholen.
Na, dann los! rief Elfhelm. Aber nicht das Gebirge abbrennen, Herr Frodo!
Es hatte erst vor kurzem geregnet, und im weichen Schlamm konnten sie sehr gut viele Fußabdrücke ausmachen, die ins Gebirge führten. Einige von ihnen waren zweifellos nackte Hobbitfüße. Frodo gab seinem Pony nicht die Sporen, sondern zog an einer Reißleine, die an seinem Sattel angebracht war. Das Pony hob den Schweif, und mit ohrenbetäubendem Getöse und Funken stiebend düste es los.
Ich bin mal kurz die Lage erkunden rief er und war weg.
Was ist denn das jetzt schon wieder? wunderte sich Elfhelm.
So sehr Pippin auch suchte, an seinem Pony war so eine Reißleine nirgends zu sehen. Ihm blieb nichts anderes übrig, als zusammen mit den Rohirrim die Rückkehr Frodos abzuwarten.
Plötzlich hörten sie Frodo irgendwelche Worte rufen, die keiner verstand. Dann war ein lautes Geräusch fließenden Wassers, gefolgt von einem noch lauteren MIST aus Frodos Mund zu hören. Eine riesige Welle schoß zu Tal, und in ihr waren Räuber, Pferde, Kisten, Kästen, Verzehrgutscheine von McBilbo´s und allerlei mehr zu sehen. Den Rohirrim gelang es im letzten Moment, sich auf einen niedrigen Hügel zu retten, und Pippin staunte, als das alles langsam an ihnen vorübergetrieben wurde.
Könnte jemand von euch mir vielleicht mal helfen? Frodos Stimme holte sie in die Realität zurück. Sie ritten den verschlammten Hang hinauf (was nicht einfach war) und hielten neben Frodo an. Der Ringträger war klatschnaß und Pippin mußte lachen.
Ich weiß nicht, was daran komisch ist knurrte Frodo. In dieser Höhle da vorne vermute ich die Geiseln und wir sollten zusehen, sie am besten sofort da rauszuholen.
Und wie gedenkst du die Wachen davor zu überrumpeln? Mit deiner Wasserspültechnik kommst du denen nicht bei: die stehen oben auf einem Felsen.
Vielleicht könnte mein hochgeehrter Vetter ausnahmsweise mal den Weg mit seinem Schwert freimachen. Und wenn der es nicht alleine schafft, dann helfen die Rohirrim gerne, dich aus der Patsche zu ziehen grummelte Frodo.
Wir können nicht einfach mit gezogenen Schwertern da hingehen und sagen: kommt bitte runter, wir erschlagen euch jetzt und befreien dann eure Gefangenen sagte Elfhelm. Die werden ihre Gefangenen eher töten als zuzulassen, daß wir sie befreien.
Es sei denn, sie laufen weg sagte Frodo.
Und wie willst du das machen? fragte Pippin.
Ich erkläre dich zu ihren Häuptling lachte Frodo. Wir müssen nur aufpassen, daß sie dich auf ihrer Flucht nicht mitnehmen und irgendwo gegen einen Double Grilled Mûmak eintauschen. Nein, im Ernst: ich habe da eine Idee. Haben wir Watte für unsere Ohren?
Elfhelm bejahte, und sie zogen sich zurück. Plötzlich wurde das Tal von einem lauten Jodeln erschüttert. Die Felsen knirschten, die Tannen warfen ihre Nadeln ab und die Räuber- Wachen hielten sich entsetzt die Ohren zu. Im Stäädtchen Kuufstein am grüüüünen Inn begannen Maria und Margot Hellwig und mit einem Schreckensschrei liefen alle Räuber, die Frodos Spülattacke überstanden hatten weg und verbargen sich an licht- und tonlosen Orten, um nie wieder unter den Lebenden gesehen zu werden.
Frodo stellte den Plattenspieler ab, und sie zogen die Watte aus ihren Ohren. Dann suchten sie vorsichtig die Höhle ab. In einer Ecke lagen viel zu verängstigt um etwas zu sagen oder sich auch nur zu rühren zwei Hobbits, die brutal aneinandergefesselt waren. Frodo schnitt die Stricke durch und stellte sie auf ihre Füße.
Ich träume noch sagte Sam und blinzelte, als sie wieder draußen waren. Aber mein Traum eben war grausam. Maria und Margot Hellwig haben mir ein Schlaflied gesungen. Das war schlimmer als Cirith Ungol.
Ach du ärmster sagte Frodo und schloß Sam ganz fest in die Arme. Jetzt träumst du nicht mehr. Du bist frei und du kommst am besten mit mir.
Merry war total verstört und versuchte wegzulaufen, wenn irgend jemand sich ihm auch nur näherte. Sie mußten ihn wieder fesseln, und das brach nicht nur Pippin das Herz.
Sie haben ihn nur geprügelt und ihm Lieder von David Bowie vorgespielt erklärte Sam. Außerdem gaben sie ihm nur Lebertran zu essen. Er war ihnen zu aufmüpfig.
Laßt mich mal ran sagte Frodo entschlossen. Pippin, du siehst zu, daß du ein paar Big Bullenraßler beischaffst. Sam, du bleibst hier. Die anderen lassen mich bitte alleine.
Frodo ging langsam auf Merry zu, der sich wand und irgendwie fortzukommen versuchte. Sam sah ihm gleichermaßen verwundert und entsetzt zu. Frodo stand jetzt neben Merry und setzte sich langsam auf den Boden. Er nahm Merry fest in seinen Blick, der langsam wieder ruhiger wurde. Dann schloß er ihn in seine Arme und flüsterte ihm beruhigende Worte ins Ohr. Tränen kullerten über Merrys Wangen. Er legte seinen Kopf auf Frodos Brust und schlief ein.
Es geht ihm bestimmt bald besser, Herr Frodo sagte Sam leise. Er hat einiges durchgemacht und diese Unmenschen haben ihn in den Wahnsinn getrieben. Ich könnte wütend werden, wenn ich daran denke. Leise und rasch erzählte Sam von den Dingen, die die beiden durchgemacht hatten.
Merry wird es bald wieder so gut gehen wie bei meiner Abreise antwortete Frodo. Sei beruhigt, und laß ihn schlafen.
Nach einer halben Stunde kam Pippin den Hang heraufgaloppiert. Er hatte viele große Tüten mit vielversprechendem McBilbo´s- Inhalt in den Satteltaschen. Frodo hielt einen Burger vor Merrys Nase, und der verführerische Duft stieg in seine Nase.
Was für ein Traum! rief er. Im Dreck eingeschlafen und jetzt werde ich von meinem langvermißten Vetter Frodo im Arm gehalten und es duftet nach Essen. Ich wache nicht auf!
Du bist bereits wach entgegnete Frodo. Merry lachte und machte sich heißhungrig über das Essen her. Auch die anderen gönnten sich eine kleine Stärkung, und dann machten sie sich auf nach Edoras. Elfhelms Mannen warteten am Talgrund auf sie, und die vier Hobbits wurden mit lautem Jubel begrüßt.
Rettet Gondor!
Merry wurde zunehmend kräftiger, und die Narben seiner Gefangenschaft verheilten zunehmend. Er konnte sich kaum mehr an etwas erinnern, und Frodo sorgte dafür, daß es auch so blieb. Die ersten paar Tage hatte er Merry in seinen Armen gehalten, weil er noch zu schwach war, sich selbst im Sattel halten zu können. Aber die McBilbo´s- Kur zeigte rasch Wirkung, und Merry konnte bald schon wieder selbst reiten.
In Edoras hatten sie eine kurze Rast eingelegt, und Frodo erfuhr von König Éomer viel über den Zustand Gondors, das schon seit Monaten führerlos war. Frodo war der Meinung, daß Merry und Sam noch zu schwach waren, um den Gefahren entgegentreten zu können, die ihnen in Gondor zweifellos blühen würden.
Ihr seid noch zu sehr von eurer Gefangenschaft gezeichnet sagte Frodo zu Sam. Auch will ich euch nicht schon wieder verlieren. Erholt euch hier gut, übt euch an den Waffen und in Reiten und wenn es euch wieder besser geht als jetzt, dann könnt ihr nachkommen.
Also ritten Frodo und Pippin allein nach Gondor, und sie erreichten Minas Tirith ohne Zwischenfälle vierzehn Tage nach ihrem Aufbruch von Edoras. Das Volk staunte, als es den Ringträger und den Thain des Auenlands einträchtig nebeneinander herreiten sah, und die beiden ritten zielstrebig zum Königspalast.
Die Wachen grüßten sie ehrerbietig, aber Húrin von den Schlüsseln berichtete von den Schwierigkeiten, die Gondor seit dem Verschwinden seiner Edelleute gehabt hatte.
Auf einen Schlag waren sie alle fort, spurlos verschwunden, wenn Ihr Euch das vorstellen könnt! sagte Húrin. Ich habe notgedrungen die Verwaltung der Stadt übernommen, aber ansonsten haben wir recht chaotische Zustände hier. Es wurde höchste Zeit, daß Ihr kommt.
Herr Frodo ist sogar extra aus Valinor gekommen, um uns zur Seite zu stehen sagte Pippin. Und die Lande sind unsicherer geworden. Aber sagt, wurden irgendwelche Spuren von Gewalt oder Kämpfen an den Stellen gefunden, wo sich die Vermißten zuletzt aufhielten?
Keiner hat sich kampflos ergeben, und dort, wo König Elessar gefangen wurde fanden wir fünfzehn tote Orks. Aber Frau Éowyn und Herr Faramir haben über dreißig dieser Brut in den Abgrund gejagt, ehe sie überwältigt wurden.
Wehe! Dann werden sie mit Sicherheit noch schlechter behandelt als es ohnehin gewesen wäre sagte Frodo. Um so mehr ist Eile geboten. Gibt es irgendwelche Spuren oder Hinweise, wo sie stecken könnten?
Leider nein, Herr. Wir hatten genug damit zu tun, die Ordnung hier halbwegs aufrechtzuerhalten. Und so haben wir zu spät mit der Verfolgung begonnen.
Na bravo brummte Pippin. Das klingt nach der Suche der Nadel im Heuhaufen. Aber ich finde, wir sollten uns erst mal darum kümmern, wer Gondor in der Abwesenheit des Königs regieren soll.
Ich würde sagen, du machst das, Pippin schlug Frodo vor. Du bist ein Ritter von Gondor, dir werden die Leute eher folgen als mir.
Das kommt nicht in die Tüte, Herr Ringträger. Du bist als ein Fürst des Landes gereist, du bist von Valinor entsendet worden und die Leute hier halten den Ringträger hoch in Ehren. Du sollst Gondor regieren.
Ich und regieren? Das ist so unmöglich wie du und arbeiten!
Herr Frodo! Ich werde Euch als Euer Ritter stets treu dienen rief Pippin, er kniete vor Frodo nieder und bot ihm sein Schwert dar. Ihr sollt der Thain Gondors sein und an der Statt des Königs und des Truchsessen regieren.
Na gut seufzte Frodo. Dich vor mir niederknien zu sehen, das allein ist mir die kommenden Strapazen wert lachte er. Steh auf, Pip! Du hast ausnahmsweise gewonnen, aber wir beide haben jetzt viel zu tun!
Die nächsten Tage brachten viel Arbeit, und Frodo und Pippin arbeiteten von früh am Morgen bis spät in der Nacht durch. Viel war in den letzten Monaten liegengeblieben und mußte abgearbeitet werden, aber allmählich lichtete sich das Chaos. Endlich war es soweit, daß die beiden sich ein kühles Bierchen gönnen konnten.
Pfüah! Was ist denn das! rief Frodo entsetzt, als er den ersten Schluck getan hatte. Er spuckte das Bier wieder aus und schüttelte sich. Was um Himmels willen soll denn das sein? Bringt mir sofort diesen Braumeister her!!!
Das ist noch eine gute Biersorte sagte Húrin. Versucht erst mal das Zeug, was unten in den Wirtsstuben ausgeschenkt wird.
Das geht so nicht! In diesem Bier (wenn man das so überhaupt nennen darf) ist ja alles mögliche drin, was da nicht reingehört. Mit diesem Zeug foltert man Orks!
Der Braumeister hatte einem mehr als erzürnten Thain Frodo Rede und Antwort zu stehen, und der Thain von Gondor erließ unverzüglich ein Reinheitsgebot, in dem er vorschrieb, daß außer Wasser, Hopfen und Malz nichts ins Bier getan werden durfte, und die Strafandrohung war, das eigene Gebräu bis auf den letzten Tropfen austrinken zu müssen.
Das ist eine wirksamere Strafe als zehn Jahre Kerker lachte Húrin, als er das Gesetzblatt las.
So machen wir das im Auenland mit Panschern immer versetzte Frodo. Die überlegen sich zweimal, was sie da reintun, und ob sie es überhaupt wagen sollen.
Frodo und Pippin waren mehr als ungern in großen Thronsaal, denn sie kamen sich darinnen verloren und irgendwie unsicher vor. Sie beschlossen, den Regierungssitz wieder nach Osgiliath zurückzuverlegen.
Das war seit alters her die Hauptstadt Gondors sagte Frodo. Es wird ein Zeichen an die Welt sein, daß es Gondor noch gibt! Und wir sollten zusehen, für uns eine Hobbithöhle zu bekommen, in der wir uns so richtig wohlfühlen!
Im Emyn Arnen, unweit von Faramirs Landgut fanden sie ein geeignetes Stückchen Land, das an einem Hügel lag, und hier sollte das Landgut des Thains von Gondor entstehen. Die Höhle war rasch gegraben und wohnlich gemacht, und hier war bald der tatsächliche Regierungssitz von Gondor.
Frodo wunderte sich über die dürren Gestalten, die seine Leibwache bildeten, und er war mehr als erschüttert, daß die Krieger Gondors nur zwei Mahlzeiten erhielten.
Frau Arwen meint, die Männer sehen so besser aus meine Húrin. Sie hat sie auf strenge Diät gesetzt, die wir auch einhalten.
Aber nicht mehr lange rief Frodo. Wie bei Eru sollen die uns schützen, wenn sie nach drei Schwertstreichen schon ermattet sind? Ab sofort gibt es Hobbitkost für die Wachen. Fünf Mahlzeiten am Tag und wer zwischendrin Hunger verspürt soll was bekommen. Na macht schon, ich will mich nicht wiederholen müssen!
Húrin verneigte sich und erteilte den Köchen die entsprechenden Anweisungen. Nach ein paar Tagen zeigten sich die ersten Ergebnisse. Frodo fand, die Wachen hatten eine viel gesündere Gesichtsfarbe (und sie waren gegenüber den Hobbits bedeutend höflicher geworden) und so wurde die neue Küchenordnung für die ganze Streitmacht von Gondor eingeführt.
Bald gab es aber neue Probleme. Viele Bürger beklagten sich, daß sie von der Landesbodenkreditanstalt von Gondor keine Darlehen für ihren Hausbau bekamen, und das obwohl ihr Jahresbruttoeinkommen dividiert durch die Kinderzahl und multipliziert mal der Hälfte der Verwandten ersten Grades, die im Umkreis von einer Meile zur bisherigen Wohnstatt lebten einen zulässigen Beihilfequotienten ergaben. Frodo und Pippin brauchten mehrere Tage, um sich durch die Berechnungsformeln durchzuarbeiten (im Stillen verfluchten sie Bredagund Algorithmix, den Finanzminister des Königs und wünschten ihm die Steuerfahndung an den Hals) aber nach dem Verbrauch von mehreren Kilo Pfeifenkraut und etlichen Krügen Bier verstanden sie es endlich. Frodo war nicht mehr in der Lage, gerade zu sitzen, und Pippin schaffte es gerade noch, auf dem Boden zu liegen ohne sich dabei festhalten zu müssen.
Nach zzwanssisch Bier isss ess gaar nisch su schwär midd der höheren Maddemaddigg! stellte Pippin zufrieden fest.
Neeee grinste Frodo. Jetzzz isss mir klar, warum die Finansssminisssdär immärrr so komisch redääännn. Jetzzzz issss die Formäälll ganssss einfach!
Die beiden rechneten bis das letzte Faß leer war. Sie schafften es gerade so, in ihre Betten zu kommen. Pippin hatte sich zuerst im Zimmer vertan; er war in den Kleiderschrank geklettert und hatte sich lauthals über die komische Inneneinrichtung in dem viel zu kleinen Zimmer beschwert. Frodo zog ihn rückwärts an den Füßen heraus und lenkte ihn zu seinem Bett.
Am nächsten Morgen war es nicht gerade ungefährlich, in der Hobbithöhle etwas zu tun, das Lärm erzeugte. Die beiden schworen, sich nie wieder auf irgendwelche Steuerformeln einzulassen. Aber sie hatten herausgefunden, wieso viele Bürger nicht in den Genuß der staatlichen Wohnungsbauförderung für verwandschaftsgefährdete heiratswillige Alleinstehende mit Großtantenkomplex kamen: die Formeln waren in sich unlogisch. Frodo ordnete an, einzig nach dem Familienstand und dem vorhandenen Einkommen zu gehen und die Formeln da zu lassen, wo er sie hingetan hatte: im Papierkorb.
Nun, Húrin meinte, sie hätten sich in der Rechnungsabteilung der Landesbodenkreditanstalt einige Feinde gemacht, aber Frodo meinte, wenn sie zu frech würden, könnte er die Anstalt ja einfach auflösen.
Bei uns im Auenland gibt es nur eine Anstalt: da kommen die Irren hinein sagte er.
Ehrlich gesagt macht das zur Landesbodenkreditanstalt keinen Unterschied, Herr Frodo grinste Húrin.
Nach ein paar Tagen empfing Pippin einige vermummte Gestalten, die ihm kleine Pergamentrollen zusteckten. Frodo (der das natürlich mitbekommen hatte) wollte wissen, was das denn nun schon wieder sei. Pippin zog ihn in die Küche und zog die Tür zu.
Pssst, Frodo! Das ist der Geheimdienst!
Der Geheimdienst?
Ja. Den habe ich gegründet, weil ich Neuigkeiten über die Entführten haben wollte, ohne daß gleich ganz Osgiliath sich darüber die Mäuler verreißt. Sie haben was Neues herausgefunden, scheint es.
Du hättest wenigstens mich informieren können, Pippin.
Tut mir leid, daß ich das vergessen habe. Hier steht, daß Orks in Mordor beobachtet wurden, die ein großes Lager abschirmten. Sie haben Informationen aus sicherer Quelle, daß die Gefangenen aus Gondor dort festgehalten werden.
Dann müssen wir was tun. Wo genau sind sie?
Zwei Meilen südlich von der Stelle, wo früher das Schwarze Tor war, Herr sagte der Küchenschrank neben ihm.
Kommt heraus und laßt diesen Unfug, wenn der Thain hier ist brummte Frodo. Ein nicht allzu hoch gewachsener Mann trat aus dem Schrank.
Sie sind genau hier. Er legte eine Karte von Udûn auf den Küchentisch, auf der das Lager in rot eingezeichnet war.
Wie viele Orks sind es?
Etwa einhundert, Herr. Sie sind nicht sehr wachsam, weil sie glauben, die Dùnedain trauen sich nicht nach Mordor. Was wissen die schon? Wir können sogar Double Grilled Mûmaks essen, da ertragen wir auch das Schwarze Land.
Frodo schüttelte sich beim Gedanken an gehackte Elefanten. Laßt Herrn Húrin kommen!
Pippin lief hinaus, und nach einer halben Stunde saßen sie im Wohnzimmer, und der Agent berichtete von den Ergebnissen ihrer verdeckten Ermittlungen. Einige hatten sich als Orks verkleidet (Frodo mußte ein Grinsen unterdrücken, als er Húrins entsetztes Gesicht sah) und sie hatten Aragorn und Éowyn zu Gesicht bekommen. Die anderen Gefangenen konnten nicht allzu weit entfernt sein.
Wir haben, was wir suchen meint Pippin. Wann brechen wir auf?
So bald wie möglich antwortete Frodo. Wir sollten nicht mit allzu vielen Kriegern reiten, sonst fallen wir auf und dürfen von vorne anfangen. Meine Leibgarde soll antreten. Zwanzig Freiwillige sollen sich zur Befreiung ihres Königs melden!
Die zwanzig Freiwilligen hatten sich schnell gefunden (sie hatten geknobelt, aber Pippin waren die Streichhölzer ausgegangen und es hatte gedauert, bis er neue gefunden hatte) und noch am gleichen Tag machten sie sich auf den Weg. Sie hatten sich als reitende Wanderpriester des Rentnertempel-Kults verkleidet (die Idee war von Pippin, und Frodo war zugegebenermaßen skeptisch, ob das wirklich so unauffällig war) und rezitiererend durchschritten sie den Paß von Udûn.
Nichts besonderes war geschehen und sie lagen nun auf einer Anhöhe auf der Lauer. Unter ihnen war das Lager.
Und nun? meinte Pippin entmutigt.
Abwarten meinte Frodo. Erst treibe ich die in eine für uns günstigere Position.
Pippin sah, wie einer der Orks sich vom Lager entfernte. Sie warteten, bis er in der Reichweite der Hobbits war, dann fielen die beiden über ihn her. Der Ork war viel zu verblüfft, um sich zu wehren (er wurde noch nie zuvor von zwei Kampfhobbits angefallen) und rasch hatten sie ihn gefesselt.
Auch eine Idee, mit den Feinden fertigzuwerden sagte Húrin. Das müßt Ihr noch neunundneunzig Mal machen, dann hätten wir´s geschafft.
Von dem erfahr ich, wo genau die Gefangenen sind erklärte Frodo.
Niemals! rief der Ork. Eher werde ich sterben, als so zwei mistigen Würmern unser Geheimnis preiszugeben!
Ach wirklich? Das wirst du? Du wirst um Gnade winseln, wenn ich mit dir fertig bin sagte Pippin und baute sich drohend vor dem Ork auf.
Frodo legte Pippin die Hand auf die Schulter. Der gehört mir. Ich werde ihn in einer Art und Weise zum Reden bringen, die seine Nützlichkeit für uns nicht im geringsten beeinträchtigt. Vielleicht hört er etwas schlechter, aber mit dieser Nebenwirkung müssen wir leben.
Du meinst das nicht ernst sagte Pippin, als ob er Frodos finstere Gedanken gelesen hätte.
Doch antwortete Frodo. Er holte den Plattenspieler hervor, mit dem er schon im Weißen Gebirge für Ruhe gesorgt hatte und stülpte dem Ork einen Kopfhörer über die Ohren. Dann legte er die Hansi- Hinterseer- Platte auf, schaltete das Gerät ein und lehnte sich genüßlich zurück. Der Ork wand sich und zappelte und winselte um Gnade.
Frodo schien es sichtlich Freude zu machen, einen von denen zu quälen, die sich vor Jahren einen Spaß daraus gemacht hatten, ihn im Turm von Cirith Ungol zu peinigen. Erst nach dem dritten Lied stellte er den Plattenspieler ab. Pippin hatte sich schaudernd abgewandt.
Und? Redest du jetzt? Oder willst du noch ein hübsches kleines Liedchen hören?
Frodo beugte sich dicht über das Gesicht des Orks, der seine Fangzähne entblößte. Also gut. Du hast es so gewollt. Er wechselte die Platte. Frodo wußte, Ernst Mosch würde den zähesten und wildesten Feind gefügig machen.
Schon nach ein paar Takten winselte der Ork um Gnade, aber Frodo ließ das Lied zu Ende laufen. Ich rede ja schon! sagte der Unhold, und Pippin hatte Mühe, den Redeschwall mitzuschreiben. Jetzt wußten sie, wo die Gefangenen waren. Frodo machte seine Pläne rasch.
Los gehts! rief er laut.
Die Leibwache machte sich kampfbereit. Sie sollten einen Keil zwischen der Vorhut der Orks und dem Troß mit den Gefangenen treiben. Frodo holte seinen Plattenspieler hervor, baute zwei Lautsprecher von enormen Ausmaßen auf und holte eine versiegelte und verplombte Bleikiste aus seinem Rucksack.
Was steht da? Vorsicht Lebensgefahr? fragte Pippin und ging hinter einem Felsen in Deckung.
Er sah, wie Frodo mit einer Schallplatte hantierte, auf der ein grellgelber Aufkleber mit Warnpfeil und der Aufschrift Oktoberfest best of Hacker-Bierzelt war. Er legte rasch die Platte auf, setzte die Nadel in die Tonspur, schaltete den Plattenspieler ein und hechtete hinter den Felsen.
Deckung!!! rief er.
Sie duckten sich. Plötzlich hörten sie ein Donnergrollen. Gleich gehts los. Die Nadel hat den Anfang gefunden. Volle Lautstärke!
Ohne weitere Vorwarnung wurde das Schattengebirge vom erbarmungslosen Baß der Tuba, dem schrillen Quäken von Trompeten, Flügelhörnern, Querflöten und Klarinetten (nach dem elften Klaren der Musikanten) und dem stakkatoartigen Rattern einer drangsalierten Trommel erschüttert. Plötzlich setzten die Becken mit einem infernalischen Tschinnggg ein, auf das die Pauke mit einem noch infernalischen Bummmm antwortete. Dazu gab die Tuba den Takt und die Trompete übte eine Melodie.
Nach einem weiteren Bumm der Pauke lösten sich die ersten Felsen und stürzten zu Tal. Die Orks schrien und jammerten und flehten um Gnade, und den Kriegern Gondors war es ein Einfaches, sie festzusetzen: für ein Paar Ohropax taten sie alles.
Frodo robbte sich auf dem Bauch zum Plattenspieler vor. Die Orks hatten sich ergeben, und es war an der höchsten Zeit, den Radau abzustellen, denn das Gebirge drohte zu kollabieren. Er nahm einen Stein und warf nach dem Tonarm. Mit einem lärmenden Krrrrt kratzte er quer über die Schallplatte, und nach einem kurzen Moment schallte ein Jaaa mir san mim Radl daaa durch das Tal von Udûn.
Das stimmt aber nicht meine Pippin trocken.
Ein weiterer Stein trennte die Lautsprecher vom Plattenspieler, und todesmutig stürzte Frodo sich auf das Gerät und brachte es zum Stillstand. Die gefangenen Orks jubelten genauso wie die erleichterten Dúnedain, und endlich gingen Pippin und Húrin daran, die gefesselten Gefangenen zu befreien.
Mit letzter Kraft gelang es dem Ringträger, die Schallplatte wieder in die Bleikiste zu bugsieren und sie zu schließen. Er drehte den Schlüssel um und blieb liegen wie ein Toter.
Frodo? fragte Pippin besorgt und stupste ihn an die Schulter.
Nie wieder Blasmusik stöhnte Frodo. Nach einem stärkenden Schluck Limo vom McBilbo´s ging es ihm wieder besser und er rappelte sich auf. Wie geht es den anderen?
Den Orks ist jede Lust am Rauben vergangen lachte Pippin. Aragorn, Arwen, Éowyn, Faramir und all die anderen sind auf dem Wege der Besserung, schätze ich. Da kommen sie.
Darf ich Euch den heldenhaften Thain Gondors vorstellen rief Pippin und verbeugte sich vor dem König.
Frodo! rief Aragorn und drückte den Ringträger ganz fest an sich. Mit dir habe ich am allerwenigsten gerechnet! Komm, du mußt mir alles erzählen, was in der letzten Zeit hier und anderswo passiert ist!
Wir sollten zuerst diese Gegend hier verlassen meinte Frodo. Ich bin noch immer nicht gerade gerne im schönen Mordor, und ich glaube, den anderen geht es genauso.
Aragorn lachte und nahm Frodo an die Hand, und gemeinsam gingen sie zurück nach Gondor.
Friede, Freude, Eierkuchen
Jetzt müßt ihr mir aber erzählen, wie ihr Gondor so ganz ohne meine Hilfe regiert habt meinte Aragorn. Sie waren jetzt schon über eine Woche in Minas Tirith, und bislang hatte er nicht viel Zeit gehabt, den Geschichten seiner Retter zuzuhören. Éomer war mit Merry und Sam gekommen, und die beiden Könige hatten viel zu bereden.
Frodo und Pippin erzählten (fast) alles, was sie seit Frodos Ankunft getan hatten. Das neue Reinheitsgebot wurde von Aragorn als echte Innovation und ein Musterbeispiel fortschrittlicher Gesetzgebung gepriesen.
Und unsere Wachen sehen fülliger aus als neulich meinte Arwen. Liegt das etwa auch an Eurem reinen Bier?
Nicht nur antwortete Frodo. Ich habe angeordnet, sie mit einer Hobbitdiät auf die besonderen Anforderungen einer Heerfahrt nach Mordor vorzubereiten.
Eine Diät? Wie geht die?
Es ist eine Holzapfeldiät.
Was? Die haben nur holzige Äpfel zu essen bekommen und sind so kräftig geworden?
Hoheit, mit einer Hobbitdiät verhält wenig anders. Die haben alles außer holzigen Äpfeln bekommen, und das mehr als reichlich. Nur so konnten sie zu Kräften kommen.
Soso. Zu Kräften meinte Aragorn skeptisch.
Na ja, sie sind ohne Unterbrechung dreißig Meilen am Stück marschiert. Einen Teil ihrer Marschverpflegung tragen sie jetzt unter der Rüstung grinste Frodo.
Und Gondor hat keine Königsgarde mehr, sondern eine Ranzengarde rief Arwen. Das sind ja Mainzer Zustände hier! Heißt es bald etwa ,Minas Tirith wie es singt und lacht´ und grüßen wir den König mit Helau und die Fanfaren spielen keinen Tusch mehr, sondern den Narrhallamarsch, wenn der König in die große Halle schreitet?
Besser als Heil, Elessar klingt Helau aber schon prustete Éowyn. Aber wehe, jemand bezeichnet Rohan als äbsche Seite!
Die äbsche Seite ist immer jenseits des Flusses lachte Aragorn.
Ich ruf hier gleich Osgiliath alaaf! rief Faramir. Die äbsche Seite. Das hätte sich Boromir nicht träumen lassen! Daß er gegen die äbsche Seite gekämpft hatte!
Damals war sie ja auch noch äbsch lachte Frodo.
Meine Herren! rief Éomer. Ich versteh hier gerade gar nichts mehr! Könnte mich vielleicht mal jemand aufklären?
Wieso? Hat das deine Mutter nicht getan? versetzte Éowyn. Faramir fiel vor Lachen vom Stuhl, Aragorn hatte Mühe, Luft zu holen, Arwen verbarg ihr Gesicht hinter einem Buch, die Hobbits kringelten sich und Éomer lief rot an.
Schlimme Gedanken haben immer nur die anderen lachte Frodo und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.
Also, Bruderherz: Du kennst das mit den Blümchen und den Bienchen...
ja, die Bienchen nehmen immer die Blümchen aus und stechen so wie meine Schwester, wenn man sie ärgert lachte Éomer. Ein ordentlicher Knuff in die Seite brachte ihm einen blauen Fleck und zum Schweigen.
Frodo, was hast du eigentlich aus der Landesbodenkreditanstalt gemacht? Die Hälfte der Büros steht leer. Was war denn los?
Ich hab deren Berechnungsgrundlagen vereinfacht, Herr Aragorn sagte Frodo. Weder ich noch Pippin sind bei drei Anläufen zu einem gleichen Ergebnis gekommen, und da ist es mehr als klar, daß die einfachen Bürger das erst recht nicht verstehen. Es gab einige Unruhe im Volk, aber das hat sich jetzt gelegt.
Na, nur die Beamten sind jetzt sauer. Die müssen jetzt richtig hart arbeiten.
Die sind in der Liegenschaftsverwaltung. Das ist keine andere Arbeit als vorher, glaube ich.
Wenn du dich da nicht täuschst. Gondors Beamte mögen keine Veränderungen, die schneller als im Schneckentempo auf sie zukommen.
So wie bei unserem Dreiviertelsteinvermessungsamt lachte Pippin. Die haben ihre Lebensaufgabe darin gefunden, immer wieder von neuem auszumessen, ob der Drei-Viertel-Stein richtig steht. Bislang waren sie aber nur einmal draußen.
Trotzdem seid ihr beiden bei der Landesbodenkreditanstalt nicht mehr willkommen. Ich fürchte, sie könnten euch ernstzunehmende Schwierigkeiten bereiten.
Wieso fragte Frodo. Meinst du, sie wollen uns töten, wenn wir irgendwo allein in der Wildnis sind?
Ach wo! Die Landesbodenkreditanstalt von Gondor tötet nicht! Aber wenn ihr ein falsches Jahresnettozusatzeinkommen angebt, dann könnten euch Probleme ins Haus stehen.
Ich glaube nicht, daß wir eine Kreditaufnahme bei denen jemals vorhaben lachte Frodo.
Neulich in Mittelerde...
"Wie verhalte ich mich an einer Schranke" für Orks!

Auch die Rohirrim werden modern!
