„Du fürchtest dich doch.“
Boromir beugte sich zu Frodo hinunter und der Hobbit hob den Blick. Der Krieger hatte Recht. Nun saß er allein im Wald und zerbrach sich den Kopf darüber, was er jetzt machen sollte. Über all seinen Überlegungen schwebte in der Tat große Furcht.
Langsam nickte Frodo. Boromir sah ihn noch immer verständnisvoll an und begann: „Ich mache dir einen Vorschlag. Wir gehen in meine Heimatstadt, in Minas Tirith sind wir noch sicher, wir können uns sammeln, dort sind viele Krieger...“
„Aber meine Aufgabe ist es doch, den Ring nach Mordor zu bringen und zu zerstören!“ wandte Frodo ein und hatte das Gefühl, seine Stimme würde stark zittern.
„Natürlich. Ich bin nur gekommen, um dir zu helfen. Es steht außer Frage, daß wir nach Mordor gehen werden, das können wir aber auch von Minas Tirith aus. Die anderen werden dir überallhin folgen und ich auch, das haben wir geschworen und ich bleibe dabei.“
Frodo erwiderte nichts. Er wußte genau, die anderen bevorzugten es ebenfalls, in die Hauptstadt Gondors zu gehen, um dort neue Pläne zu schmieden. Vielleicht brauchten sie ein Heer!
Seit Gandalf fort war, fühlte er sich hilflos und verloren, er hatte Angst und wollte noch überhaupt nicht nach Mordor.
Aber es war seine Pflicht!
Doch die Angst war zu groß. Jeder Aufschub kam ihm recht und er konnte noch früh genug gehen.
Schließlich nickte er. „Gut. Du magst Recht haben, schaden kann es nicht.“
Die beiden gingen zurück zu den anderen und nachdem Frodo seine Entscheidung bekanntgegeben hatte, die von allen begrüßt wurde, brachen sie früher als geplant auf und gelangten ohne Zwischenfälle zum Fuße des Raurosfalls.
Zehn Tage später trafen die acht Gefährten in der Weißen Stadt Gondors ein.
„Ich halte es für sinnvoller,“ begann Aragorn, „wenn wir nicht alle zum Truchsessen gehen, oder was meinst du, Boromir?“
Der Krieger schüttelte den Kopf. „Er wird keinen Gefallen daran finden, so viele Fremde zu sehen in einer solchen Angelegenheit.“
Aragorn warf einen Blick auf Frodo. Dem Hobbit war klar, daß er in jedem Falle mitgehen würde zu Denethor.
So kam es, daß natürlich Boromir als Denethors Sohn, Aragorn als Führer der Gemeinschaft, Frodo als Ringträger und sein besorgter Freund Sam den Turm Ecthelions betraten, während die anderen beschlossen, sich ihre Zeit in einem Gasthaus zu vertreiben.
Die Wächter, die Boromir erkannten, ließen ihn und die Fremden wortlos durch und Boromir klopfte schließlich an die Tür des Raumes, in dem er seinen Vater vermutete.
Sie durften ihm nicht verheimlichen, wieso sie gekommen waren. Sie brauchten seine Hilfe, ein Obdach, vielleicht seine Männer. Streng sollte er sein, aber durchaus ehrenvoll.
Vom Sonnenlicht, das die Straßen der Weißen Stadt durchflutete, war im Turm nichts zu bemerken. Sam fühlte sich erdrückt und Frodo tastete noch einmal nach dem Ring. Er war dort, wo er hingehörte.
Boromir öffnete die Tür. Am Fenster stand Denethor und wandte sich langsam den Besuchern zu.
„Boromir! Lange warst du fort, aber wie ich sehe, warst du beschäftigt. Wer sind deine Begleiter?“
Der Klang seiner harten Stimme gefiel Frodo nicht. Er hatte das seltsame Gefühl, daß mit diesem Mann nicht zu spaßen war.
Boromir stellte Aragorn und Sam vor, dann sagte er: „Frodo Beutlin ist der Ringträger. In Elronds Rat hat er sich gemeldet, den Ring der Macht zu tragen, um ihn in Mordor zu zerstören. Ich bin einer derjenigen, die geschworen haben, ihm zu helfen und ihn zu schützen.“
Frodo wurde von Denethors kalten Blicken gemustert und Aragorn meinte, ein seltsames Glitzern in den Augen des Truchsessen gesehen zu haben.
„Der Halbling trägt Isildurs Todesring... natürlich! So wurde es prophezeit! Aber zerstören darf man ihn nicht. Er wird uns den Sieg gegen Sauron bringen!“
Zu Frodo gewandt sprach er: „Zeig ihn mir, den Ring der Macht. Ich will sehen, was es ist, das über alles herrscht.“
Seine Augen schienen förmlich zu glühen wie durch ein inneres Feuer. Frodo wich zurück und schüttelte den Kopf.
„Nein. Er ist verräterisch!“
Denethor lachte. „Natürlich ist er das. Aber zeige ihn mir, er kann Gondor die Rettung bringen!“
Der Hobbit machte noch einen Schritt zurück. Sam runzelte mißtrauisch die Stirn. Er spürte, daß sein Herr Furcht zu haben schien.
„Nein, er kann Gondor nur retten, indem er zerstört wird!“ rief Frodo und versuchte, Denethors Blick standzuhalten.
Boromir wußte nicht, was er sagen sollte. Ob sein Vater Recht hatte?
Aragorn begann: „Mein Herr, vielleicht solltet Ihr...“
„Schweigt. Ringträger, gib ihn mir, damit ich ihn für mein Volk einsetzen kann!“
„Nein!“ schrie Frodo und legte die Hand auf die Stelle, an der unter seinem Hemd der Ring an der Kette hing.
Von plötzlicher Gier und einer seltsamen Stimme in seinem Kopf beflügelt sprang Denethor auf den Hobbit zu, so schnell, daß niemand reagieren konnte. Panisch versuchte Frodo, wegzulaufen, damit Denethor ihm nicht den Ring fortnahm, aber es war zu spät. Der Mann riß ihn mit sich zu Boden, erblickte die Kette an Frodos Hals und schnappte sie mit einem Ruck.
Keuchend drehte Frodo sich auf den Rücken und starrte auf den Mann, der sprachlos auf die Kette in seiner Hand sah. Der Ring. Da war er.
Die Wachen an der Tür trauten ihren Augen ebensowenig wie Frodos Gefährten. Er selbst rang um Fassung und Sam half ihm auf die Beine.
„Ihr solltet ihn Frodo schnell zurückgeben!“ rief Aragorn und zog entschlossen sein Schwert. Er war zu allem bereit.
„Vater...“ murmelte Boromir und schüttelte dann stumm den Kopf. Das konnte er nicht einfach so tun!
Aragorn und Denethor starrten sich finster an und Aragorn forderte die Herausgabe des Ringes. Denethor zeigte sich unbeeindruckt.
„Wachen! Ich dulde keinen Aufstand unter meinem Dach! Schafft sie fort und am besten in Gewahrsam!“
Sam, der mit geballten Fäusten neben Frodo stand, traute seinen Ohren kaum. Frodo hingegen nahm kaum wahr, was geschah, er wehrte sich nicht einmal, als die Wachen ihn ergriffen und fortzerrten.
Nie hatte er sich so sehr Gandalf zurückgewünscht wie in diesem Moment.
Boromir ging mit hängenden Schultern langsam durch die Straßen, um seine Freunde zu finden. Es war bereits Abend und er fühlte sich schrecklich. Sein Vater war ein herzloser Tyrann, der nicht einen Gedanken daran verschwendete, was hinter der Aufgabe stand. Natürlich konnte er seinen Wunsch, Gondor zu schützen, bestens verstehen und das hatte er ihm auch gesagt. Aber er war nicht nur ein Dieb, vom Bösen des Rings beeinflußt, sondern er hatte einfach seine Kameraden in Zellen sperren lassen!
Er hatte versucht, ihn zur Vernunft zu bringen, er hatte Stunden mit ihm gesprochen, aber Denethor hatte ihn nur fortgeschickt wie einen Hund.
Was sollte er den anderen nun sagen?
Aber er betrat das Gasthaus und berichtete mit gesenktem Blick, was geschehen war. Seine Gefährten waren sprachlos. Der Ring war fort und die anderen gefangen! In Minas Tirith den Feind zu finden hatte niemand erwartet.
Boromir bereute es bitter, Frodo dazu bewegt zu haben, in die Weiße Stadt zu gehen. Er hätte es nicht tun dürfen. Es war seine Schuld. Alles konnte sehr bald zu spät sein, aber was sollte er gegen seinen eigenen Vater tun?
Bis tief in die Nacht hinein berieten sie sich. Sie wußten nicht, wie sie es anstellen sollten, die anderen zu befreien und den Ring zurückzuholen.
Alles sah so hoffnungslos aus.
Seit Stunden liefen sie unausgeschlafen vor dem Turm auf und ab. Boromir meinte, wütende Blicke auf sich zu spüren, aber dem war nicht so. Niemand war ihm böse, aber seine Selbstvorwürfe schienen Überhand zu nehmen.
Der Untergang war nah. Es war nur mehr eine Frage der Zeit, wann es soweit sein würde.
Plötzlich hörten sie Hufgetrappel und blickten auf.
„Nein! Das kann nicht sein...“ entfuhr es Boromir und Gimli ließ fast vor Überraschung seine Axt fallen. Pippin rieb sich die Augen, aber es war Gandalf, der dort kam. Er saß auf einem schneeweißen Pferd und Legolas rief: „Du lebst?!“
Daß etwas mit ihm vorgegangen war, konnten sie sehen. Ebenso sah er sofort ihre niedergeschlagenen Gesichter und ließ sich berichten, was vorgefallen war. Er hatte nur kurz erklärt, warum er zurückgekehrt war und ausführlicher darüber zu sprechen war noch nicht angebracht, das spürte der Zauberer deutlich.
„Sprich du mit ihm, Gandalf, auf mich hört er ja nicht!“ bat Boromir gequält und Gandalf nickte entschlossen. Das war es, was er vorhatte.
Er betrat eilig den Weißen Turm und trat vor Denethor, der nur lachte, als er ihn sah.
„Also bist auch du nun hier! Auch du wirst Zeuge des Sieges Gondors, den ich gegen Sauron erringen werde!“
„Er hat Besitz von dir ergriffen. Schwöre ihm ab und laß den Ringträger seine Mission erfüllen!“ sagte Gandalf ruhig, aber sehr sicher.
Lange stritten die beiden. Gandalf erbat zum Schluß nur noch die Freilassung seiner Freunde, aber Denethor wollte nicht von ihnen belästigt werden und drohte zuguterletzt damit, auch alle anderen noch einzusperren.
„Niemand hält mich mehr auf, du wirst sehen, Gandalf!“ sprach er mit lauter Stimme. Mit keiner Geste verriet er, wo er den Ring hatte.
Als Gandalf schon gehen wollte, klopfte es und ein erschöpfter, schwankender Bote betrat den Raum.
„Mein Herr... Rohan ist gefallen. Sarumans Armee hat Edoras eingenommen. Der König ist tot und auch sein Sohn. Eomer ist im Kampf gefallen und der Berater des Königs, Grima Schlangenzunge, hat die Macht in Edoras an sich gerissen. Frau Eowyn befindet sich gegen ihren Willen bei ihm. Sie ist die letzte Erbin des Königs.“
Gandalf nickte bestätigend. „Da siehst du es, Herrscher über Gondor! Noch ist es für dein Land nicht zu spät!“
Doch Denethor schickte sie beide fort. Dem Boten konnte er keine Armee versprechen, weil er seine selbst brauchte und Gandalf wollte er nicht länger Gehör schenken.
„Wir haben nur eine Möglichkeit, bevor es zu spät ist, aber das wird uns in große Gefahr bringen,“ begann Gandalf leise. Die verbliebenen sechs Gefährten hatten sich in einer Nebenstraße versammelt. Die Abenddämmerung senkte sich herab und alle sahen den Zauberer erwartungsvoll an.
„Werden wir ertappt, werden auch wir gefangen. Vielleicht droht uns dafür sogar der Tod. Aber mehr können wir nicht tun, um zu verhindern, daß der Untergang naht!“
Er wollte Denethor den Ring heimlich stehlen. Natürlich wollte er auch Frodo, Sam und Aragorn befreien und sie steckten flüsternd die Köpfe zusammen, um Pläne zu schmieden. Sobald sie erfolgreich gewesen seien, müßten sie sofort aus Gondor fliehen, aber sie waren bereit, jedes Risiko einzugehen.
Und wenn der Versuch, das Ruder herumzureißen, fehlschlug, war es ohnehin nicht mehr wichtig, was mit ihnen geschah.
Mit dem Mut der Verzweiflung machten Boromir und Merry sich gemeinsam auf den Weg und die anderen sahen sich lange an. Sie waren bereit.
Merry vertrat sich ein wenig hinter ihm die Beine, während Boromir der Wache auf dem Gang erklärte, er habe auch zu dieser späten Stunde noch mit seinem Vater zu sprechen.
„Es ist dringend!“
Der Mann ließ ihn und den Hobbit passieren. Sie gingen leise zum Schlafzimmer des Truchsessen, Boromir öffnete sachte die Tür und Merry schlich auf leisen Sohlen hinein. Er hatte den Krieger davon überzeugen können, daß Hobbits sich geräuschlos fortbewegen können und im Notfall hatte er sich aufgrund seiner Körpergröße schneller versteckt.
Boromir betrat hinter ihm das Zimmer, blieb aber hinter der Tür stehen. Der schmale Lichtspalt, der hereinfiel, half Merry dabei, sich zurechtzufinden. Lange sah er Denethor an, der tief und fest schlief.
Boromirs Herz raste. Er beging Verrat an seinem Vaterland - und an seinem Vater selbst. Aber tat er es nicht, war alles zu spät.
Merry sah, daß Denethor etwas in der Hand zu halten schien. Er schaute genauer hin und einige Kettenglieder blitzten zwischen den Fingern des Mannes hervor.
Vorsichtig griff er danach, dann zog er sanft daran. Denethor schlief so fest, daß er nichts merkte, aber durch Reflexe langsam die Hand öffnete, so daß Merry an der Kette ziehen konnte und schließlich auch den Ring in der Hand hielt.
Er wollte schon aufatmen, aber die Erleichterung mußte er noch zurückhalten. Boromir nickte anerkennend, als Merry unhörbar zurückschlich. Die beiden verließen den Raum wieder und verschwanden eiligst aus dem Turm und zum vereinbarten Treffpunkt, um dort auf die anderen zu warten.
Merry seufzte. Der Ring. Er hielt ihn in der Hand und um nichts in der Welt würde er ihn sich fortnehmen lassen, denn Frodo mußte ihn zurückbekommen.
Aragorn hatte geflucht und gewettert, Sam hatte versucht, Frodo Trost zu spenden, aber dieser saß nur stumm in der Ecke und starrte auf den Boden.
Es war ein Fehler gewesen, herzukommen. Nun war alles gescheitert. Er hatte versagt. Alles würde untergehen und in Dunkelheit versinken.
Sie hatten etwas zu essen bekommen und wurden auch sonst nicht schlecht behandelt, aber sie saßen zur Untätigkeit verdammt in einer Zelle unter dem Turm und stellten sich immer wieder vor, wie alles verging und Sauron erstarkte.
Der Ring gehorchte nur ihm. Er würde ihn zurückerlangen, dagegen konnte Denethor nichts tun, und der Ring nützte ihm nichts. Der Ring hatte nur einen Herrn.
Sie wußten nicht, wie lange sie dort schon saßen. Aragorn schalt sich immer wieder einen unfähigen Narren, der es nicht fertiggebracht hatte, den Ringträger zu schützen.
Frodo machte ihm keine Vorwürfe, er sich selbst aber schon. Sam versuchte ihn zu trösten, aber Frodo war nicht zu trösten. Er fühlte sich elend. Und der Ring fehlte ihm, hatte er das seltsame Gefühl. Es war angenehm gewesen, ihn bei sich zu haben. Nicht immer, aber es hatte ihn innerlich zerrissen, daß er ihm genommen worden war.
Plötzlich und unerwartet sahen sie, wie ein starker und heller Lichtschein unter der Tür hindurch strahlte und Sam sprang auf.
„Was ist das?“ rief er und Aragorn wünschte sich sein Schwert herbei. Ohne die Waffe fühlte er sich hilflos. Er würde sie brauchen, es stand Krieg vor der Tür.
Frodo schien es gar nicht zu merken, er hatte keine Hoffnung mehr, doch auf einmal wurde die Tür geöffnet und herein trat ein Freund.
„Gandalf!“ rief Sam und wußte nicht, ob er seinen Augen trauen sollte.
„Später, Sam, ich erkläre euch alles. Aber wir müssen schnell verschwinden! Kommt!“
Als sie über die Flure huschten, sahen sie nur, wie die Wachen sie unbeteiligt ansahen. Was auch immer Gandalf getan hatte, es hatte geholfen.
Sie hasteten die Treppe hoch und zur Tür hinaus. Sam zog Frodo hinter sich her, dessen Beine ihm kaum gehorchen wollten. Er verstand überhaupt nichts mehr.
Alles war dunkel, die Nacht war still und friedlich und niemand stellte sich ihnen entgegen. Ungehindert erreichten sie den Treffpunkt und Merry unterdrückte bei ihrem Anblick einen Freudenschrei.
„Frodo“, flüsterte er, „sieh nur! Wir haben es geschafft!“
Triumphierend hielt er ihm den Ring hin und Frodo griff eilig danach, dann fiel er ihm um den Hals und murmelte: „Du bist wunderbar, Merry.“
„Schnell! Wir müssen fort!“ drängte Gandalf und die neun Gefährten rannten zum Stadttor. Doch sie waren spät.
Sauron hatte von Denethors Tat erfahren und die Nazgul waren bereits am Ziel. Sie hatten Minas Tirith erreicht und auch wenn es nur drei waren, stellten sie eine immense Gefahr dar.
Ihre geflügelten Bestien stießen kreischend vom Himmel herab und versuchten, den Ringträger zu erreichen. Sam stellte sich schützend vor Frodo und Gandalf rief: „Lauft und versteckt euch, ihr müßt es aus der Stadt schaffen! Wir lenken sie ab! Sam, geh mit Frodo!“
Das mußte sich der Hobbit nicht zweimal sagen lassen. Er würde seinem Herrn nicht von der Seite weichen.
Aragorn, der von Boromir sein Schwert zurückerhalten hatte, das dieser mit viel Mühe hatte finden können, zog es entschlossen und sprang den Feinden entgegen.
„Lauft!“ rief Boromir. Sam und Frodo taten, wie ihnen geheißen wurde.
„Schnell, Herr Frodo! Wir werden es alleine nach Mordor schaffen!“ rief Sam und die beiden verschwanden in einer kleinen Gasse. Die Nazgul bemerkten nicht, daß sie heimlich verschwunden waren und konzentrierten sich auf die übrigen Gefährten, während die Hobbits sich aus der Stadt schlichen und in Richtung Anduin liefen.
Frodo spürte das Gewicht des Ringes um seinen Hals, er hatte die Furcht vor den Nazgul im Nacken, aber mit viel Mühe hatten sie es geschafft.
Die anderen waren zurückgeblieben. Er fragte sich, ob er sie jemals wiedersehen würde. Sie waren ihrem Versprechen gefolgt. Sie hatten es geschafft, ihn bis jetzt zu schützen. Noch bestand Hoffnung, ein wenig vielleicht.
Eine Reise ins Ungewisse lag vor den beiden und noch bemerkten sie den schleichenden Verfolger nicht, der einem Schatten gleich hinter ihnen her huschte, immer vom Verlangen nach dem Ring getrieben.